DDR-Zeitzeuge Roland Schreyer erneut am Willibrord-Gymnasium
Am 27. Februar war Willibrord-Gymnasium erneut Gastgeber für den Zeitzeugen Roland Schreyer. In einem 90-minütigen Vortrag berichtete er dem 10. Jahrgang passend zum aktuellen Geschichtsunterricht über sein Leben in der DDR.
Schreyer schilderte, wie er 1987 die Gelegenheit nutzte, offiziell zu einer Familienfeier in den Westen zu reisen – und nicht zurückkehrte. Seine Frau und seine Tochter blieben zunächst in der DDR. Monatelang versuchte er, sie nachzuholen, und plante schließlich ihre riskante Flucht durch ein Kanalsystem. Rückblickend betonte er, wie groß das Risiko war – vor allem für seine damals zehnjährige Tochter.
1995 erhielt er Einblick in seine Stasi-Akten: 14 Ordner dokumentierten Überwachung, Fluchtpläne und Berichte mehrerer inoffizieller Mitarbeiter. Im Falle einer Verhaftung hätten ihm langjährige Haftstrafen gedroht.
Besonders eindrücklich waren seine Schilderungen der allgegenwärtigen Kontrolle, der Angst und der schwierigen Kommunikation unter ständiger Überwachung. Die Schülerinnen und Schüler stellten zahlreiche Fragen, sodass deutlich wurde, wie sehr sie das Thema bewegte – und dass die Veranstaltung im positiven Sinne gern noch länger hätte dauern können.
Zum Abschluss appellierte Schreyer an die Jugendlichen, Demokratie zu schätzen und sich gegen politische Extreme zu stellen.
(Text und Foto: Anke Szopinski)




