Erinnerungskultur hautnah erleben – Unser Tag in Amsterdam

Unser Ausflug nach Amsterdam begann mit einer ungefähr einstündigen Fahrt. Noch bevor wir weiter in die Stadt fuhren, bekamen wir ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Aufgaben. Dabei gab es Aufgabenstellungen für Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule, der Förderschule und unseres Gymnasiums. Zu unseren Aufgaben gehörte unter anderem, ein Video aufzunehmen. Dadurch hatten wir schon vor dem eigentlichen Besuch des Anne Frank Hauses die Möglichkeit, uns aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und unsere eigene Perspektive einzubringen.
Anschließend fuhren wir mit Booten weiter. Für mich war das besonders interessant, da ich diese Art des Transports aus Deutschland nicht gewohnt bin. Danach gingen wir zum Anne Frank Haus, wo wir an einem Workshop teilnahmen. Dort wurden uns Fragen über Anne Frank gestellt und wir mussten Bilder aus der Zeit bis 1945 zeitlich einordnen. Dadurch konnten wir unser Vorwissen nutzen, gemeinsam überlegen und über die damalige Zeit sprechen.
Anschließend besichtigten wir das Museum mit Audiogeräten, die uns an verschiedenen Stellen zusätzliche Informationen gaben. Besonders beeindruckend fand ich es, durch die einzelnen Räume des Verstecks zu gehen und sich bewusst zu machen, dass hier tatsächlich acht Menschen auf engem Raum gelebt und sich versteckt hatten. Sogar das Knarren des Bodens im oberen Teil des Hauses wirkte auf mich in diesem Zusammenhang sehr eindrucksvoll.
Auch Anne Franks Tagebuch und die verschiedenen Räume waren interessant. Man bekam einen Eindruck davon, wie die Menschen damals gelebt haben. Besonders gelungen fand ich die Gestaltung des Museums. Durch visuelle Elemente, zum Beispiel die Flugzeuge, die man im Klassenzimmer durch das Fenster sehen konnte, wurde die Situation für mich noch greifbarer.
Gleichzeitig war es bewegend zu erfahren, dass die Menschen, die den Verfolgten geholfen hatten, dabei große Risiken eingingen. Von den acht Menschen, die sich im Versteck befanden, überlebte nur Otto Frank den Holocaust. Nach dem Krieg erhielt er Anne Franks Tagebuch. Dadurch blieb ihre Geschichte erhalten und wurde zu einem wichtigen Zeugnis dieser Zeit.
Nach dem Museumsbesuch durften wir uns in Dreiergruppen frei in Amsterdam bewegen. Wir erkundeten die Stadt, hatten gemeinsam Spaß und konnten den Tag etwas entspannter ausklingen lassen.
Für mich war der Ausflug eine besondere Verbindung aus Geschichte und eigenen Erfahrungen. Durch die Aufgaben, den Workshop und den anschließenden Museumsbesuch konnte ich mich nicht nur mit historischen Informationen beschäftigen, sondern die Geschichte auch aus meiner eigenen Perspektive erleben. Wenn man sich tatsächlich an einem historischen Ort befindet, wird Geschichte viel greifbarer.
Ich würde einen Besuch des Anne Frank Hauses deshalb auf jeden Fall empfehlen. Die Kombination aus historischen Informationen, eigenen Aufgaben, der besonderen Gestaltung des Museums und dem tatsächlichen Versteck macht den Besuch zu einer Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst.

(Text: Adora Alken, 10b/ Foto: Thomas Brokamp)

Vielen Dank an die Emmericher Bürgeraktion „pro Kultur“!