Hajirs Ehrfahrungen bei der Deutschen SchülerAkademie
Als mir die Teilnahme an der Deutschen SchülerAkademie, einem außerschulischen Programm zur Förderung lernbegieriger und engagierter Schüler, angeboten wurde, war ich anfangs sehr überrascht, aber auch sehr erfreut, obwohl ich innerlich an einer Zusage zweifelte. Ich habe noch nie zwei Wochen an einem fremden Ort mit fremden Menschen verbracht und hätte nie erwartet, dass mir innerhalb einer so kurzen Zeit die Menschen so sehr ans Herz wachsen würden. Es ging längst nicht mehr nur um die Förderung begabter Schülerinnen und Schüler, sondern darum, ein Umfeld aus gleichgesinnten, offenen und intellektuell neugierigen Menschen zu schaffen. Und eben dies ist hervorragend gelungen.
Unser Tag begann um 8:00 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Danach hatten wir Plenum, um zum einen Organisatorisches und zum anderen kursübergreifende Aktivitäten zu besprechen. Im Anschluss begann die erste Kursschiene. Insgesamt gab es drei Kurse: Der erste Kurs beschäftigte sich mit Konfliktforschung, der zweite mit Softwareentwicklung und der dritte mit Materialwissenschaft und Ingenieurwesen. Um 12:30 Uhr gab es Mittagessen, an das sich direkt die Chorprobe anschloss. Nach dem Chorunterricht gab es Kaffee und Kuchen und um 16:30 Uhr begann die zweite Kursschiene. Auf das Abendessen um 18:30 Uhr folgten die Orchesterproben, während es für den Rest Freizeit oder kursübergreifende Aktivitäten gab.
Trotz der unterschiedlichen Kurse war ein verbindendes Element die kursübergreifenden Aktivitäten, denn wir durften nicht nur am Musikangebot (Chor und Orchester) teilnehmen, sondern auch unsere eigenen küAs (kursübergreifende Aktivitäten) organisieren und anbieten. Bei all den vielfältigen Menschen an der Akademie war es nur zu erwarten, dass jeden Abend etwas auf dem Programm stand: von einer Mini-WM über einen Debattierclub bis hin zu Improtheater. Man kann auf jeden Fall behaupten, dass die offene Natur der Teilnehmer für riesigen Spaß und Abwechslung im Alltag gesorgt hat.
Im zweiten Kurs durfte ich an der Entwicklung des Spiels „Tempel des Schreckens“ mitwirken und mich gemeinsam mit den anderen zu einem spielbaren Ergebnis vorarbeiten. Da ich selbst noch keine Vorerfahrung mit Python, einer universell nutzbaren, höheren Programmiersprache, hatte, war ich anfangs sehr beeindruckt von den fortgeschrittenen Kenntnissen meiner Mitschüler. Obwohl es mir anfangs schwerfiel mich mit der Programmiersprache zurechtzufinden, ist es mir dank der Unterstützung und Hilfsbereitschaft meiner Mitschülerinnen, Mitschüler und Kursleiter gelungen, das Spiel in seinen Grundzügen zu programmieren und zu designen. Natürlich gibt es hier und da noch Verbesserungsbedarf, aber das Wichtigste ist, dass wir unser Wissen erweitern konnten, sei es beim Programmieren, bei der visuellen Gestaltung oder die Zusammenarbeit im Team. Abgesehen von all dem Spaß musste jeder Kurs über Overleaf eine Dokumentation in Form einer wissenschaftlichen Arbeit anfertigen, um über die Erkenntnisse aus den Kursen zu berichten. Auch wenn Overleaf einige Male „in die Fritten gefahren“ ist, konnte jeder Kurs seine Dokumentation erfolgreich zu Ende bringen und so ein fachliches Andenken an die gemeinsame Zeit schaffen.
Darüber hinaus durfte ich mich als Teil einer kleinen Gruppe für das Design von Akademie-Shirts engagieren und habe mithilfe von zwei weiteren Schülern ein gemeinsames Logo sowie Backprint entworfen und auf unsere Akademie personalisiert. Obwohl es hier und da Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Logos gab, ist es uns dennoch gelungen, all unsere „Akademie-Spleens“ erfolgreich umzusetzen und damit ein Erinnerungsstück für alle zu kreieren.
Um nochmal auf die gesamte Akademie zurückzukommen: Am 3. Juli hatten wir eine Exkursion in die Schlossberghöhlen Homburg (Saar) und im Anschluss daran durften wir in der Homburger Innenstadt bummeln. Am darauffolgenden Tag hat die Akademieleitung ein Grillfest mit den Ehemaligen organisiert und am selben Abend bot eine Teilnehmerin einen Tanzkurs für alle an. Dieser kam so gut an, dass er sogar an zwei weiteren Abenden stattfand. Am letzten Abend fand schließlich unser Abschlusskonzert in der Kirche statt, und wir konnten sogar stolz unsere Akademie-Shirts tragen!
Alles in allem kann ich behaupten, dass die Akademie ein einzigartiges Erlebnis war, das neue Freundschaften und Kontakte gefördert hat. Sie hat es Schülern aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland ermöglicht, mit gleichaltrigen, aufgeschlossenen Menschen in Kontakt zu treten, Wissen zu teilen und vielleicht für den einen oder anderen, mich eingeschlossen, aus der eigenen Komfortzone herauszutreten und sich der Welt zu öffnen.
Ein großes Dankeschön geht an Frau Dicks und unseren Talentscout Herr Fabian Knoll. Die beiden haben mich für die Teilnahme vorgeschlagen, mich auf meinem Weg begleitet und standen mir bei organisatorischen Fragen immer zur Seite. Ohne ihre Unterstützung und Beratung wäre die Teilnahme überhaupt nicht möglich gewesen. Ich bin ihnen zutiefst dankbar, dass sie mir diese bereichernde Zeit ermöglicht haben.
(Text/ Foto: Haijr Tohala)

Paul Klar