Mit dem Lions Club nach Polen: Aleshanees Austauscherfahrungen
Habt ihr schon mal etwas über den Lions Club gehört? Ich wusste jedenfalls kaum etwas, bevor Herr Hammann auf mich zu kam und mir die Möglichkeit angeboten hat, an einem Austausch des Lions Clubs in Polen teilzunehmen. Der Lions Club organisiert Jugendaustausche und Camps auf der ganzen Welt, wo Jugendliche aus allen möglichen Ländern unterschiedlichen Alters aufeinandertreffen.
Wie das funktioniert? Nachdem Herr Hammann mir alle Informationen zugeschickt hat, musste ich online ein Profil von mir erstellen, wo ich alle meine Daten eingegeben und einen Brief für die Gastfamilien auf Englisch geschrieben habe. Der ganze Austausch wurde im Übrigen vom Lions Club Emmerich-Rees und Katjes gesponsert, die auch zwei weiteren Schülerinnen aus Rees Austausche ermöglicht haben.
Kurz nach einem Treffen bei Katjes, wo wir unsere Reiseunterlagen, Gastgeschenke und Taschengeld bekommen haben, ging es auch schon los. Zusammen mit Kim, einer Schülerin aus Rees, die die Möglichkeit, an dem Camp in Polen teilzunehmen, ebenfalls durch Katjes und den Lions Club erhalten hat, ging es dann am 18.07. los mit dem Flugzeug nach Stettin. Lustigerweise waren wir beide in der ersten Woche in Gastfamilien in Stettin untergebracht und durch die gemeinsame Zeit ist eine tolle Freundschaft entstanden.
Angekommen in Stettin wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt und mussten erstmal feststellen, dass mein Gepäck während des Fluges leider verloren gegangen ist. Dank meiner Gastfamilie wurde der erste Tag dann dennoch wunderschön. Bei einer langen Radtour haben wir Stettin besichtigt. Am darauffolgenden Tag habe ich Kim wiedergetroffen und andere Jugendliche aus Indien, der Türkei, Taiwan und Italien, die ebenfalls am Camp teilnehmen würden. Der Rest der Camper war in anderen Städten Polens untergebracht. Die nächsten sieben Tage bestanden aus ganz viel unterschiedlichen und gemeinsamen Aktivitäten wie unter anderem einer Sightseeing-Tour durch Stettin, einem Museumsbesuch, ein Besuch am Meer, einer Kanu Tour und vielen weiteren Dingen. Mir persönlich haben die „kleineren Momente“, glaube ich, am besten gefallen, wenn ich abends mit meiner Gastfamilie bowlen war, einen Film geschaut habe oder als ich zum ersten Mal polnisches Essen gekocht habe. Es war eine wunderschöne Woche, die viel zu schnell umging. Zu dem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass alles noch besser werden könnte, doch dann kam das Camp.
Nach einer langen Autofahrt kamen wir im Camp an, das in einem kleinen Ort an einem großen See lag. Einige Camper waren schon vor uns da und es herrschte sofort eine richtig schöne und freundliche Atmosphäre. Alle waren superlieb und offen. Nach einem kurzen Essen, wo schon die ersten Kontakte geknüpft wurden, bekamen wir alle T-Shirts, Camp IDs und einen Rucksack mit Sachen, die wir fürs Wassersport Camp gebrauchen können und anschließend wurden die Zimmer eingeteilt. Gegen Nachmittag kam dann der spannendste Teil: die Eröffnungszeremonie, wo alle Flaggen aufgehängt wurden und sich dann alle vorgestellt haben. Ingesamt waren wir 25 Jugendliche aus 14 verschiedenen Ländern: Deutschland, Belgien, Italien, Brasilien, Ungarn, Taiwan, Hongkong, Nordirland, Indien, Türkei, Australien, Mexiko, Spanien und den USA. Die nächsten Tage waren dann alle ziemlich ähnlich aufgebaut: täglich drei Wassersportaktivitäten wie SUP, Kayak, Kanu, Windsurfen und viel mehr.
Wahrscheinlich hört es sich anstrengend an, aber es hat extrem viel Spaß gemacht. Die Aktivität, an die mich am liebsten erinnere, war das Stand-Up-Paddling am letzten Tag, wo wir uns dann alle ins Wasser geschubst haben. Und auch, wenn die Aktivitäten sehr viel Spaß gemacht haben, war das Beste am Camp so viele unterschiedliche neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Abends gab es immer Länderpräsentationen oder andere gemeinsame Aktivitäten wie Tanzabende, wo uns zum Beispiel typisch polnischer, indischer und türkischer Tanz beigebracht wurde. Die Zeit ging viel zu schnell um und nach sieben Tagen hieß es auf einmal Abschied nehmen.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein würde und dass einem Menschen so schnell ans Herz wachsen können. Ich erinnere mich noch genau, wie wir uns alle weinend zum Abschied umarmt haben und dann wurden wir schon abgeholt, weil es noch für eine Woche in eine andere Gastfamilie ging.
Für mich war das dieses Mal in Polens Hauptstadt Warschau. An meinem ersten Tag habe ich mit meinen Gastgeschwistern Sightseeing durch Warschau gemacht und wir waren unter anderem auch auf dem höchsten Gebäude der EU, dem Varso Tower, was sehr beeindruckend war. Die darauffolgenden Tage haben wir auch wieder sehr viel Zeit im Zentrum Warschaus verbracht, waren in einigen interessanten Museen und haben die Altstadt besucht. Neben typisch polnischem Essen, standen auch Tagesausflüge in andere Städte wie Łódź und Kielce auf dem Plan. An meinem letzten Abend haben wir dann auch die Multimedia fountain show in Warschau besucht und dann hieß es leider auch schon „Tschüss Polen“.
Ich hatte wirklich eine unfassbar schöne und wunderbare Zeit dort, für die ich immer dankbar sein werde. Vor der Reise hatte ich viele Vorstellungen und Erwartungen und alle haben sich erfüllt. Ich war drei Wochen in einem fremden Land und ich bin dadurch nicht nur deutlich selbstbewusster und sicherer beim Englisch sprechen geworden, sondern habe auch neue Freundschaften fürs Leben geschlossen. Mit meiner ersten Gastfamilie und einigen Leuten aus dem Camp stehe ich noch immer regelmäßig in Kontakt.
Ich möchte mich nochmal bei Herrn Hammann für die Möglichkeit bedanken, überhaupt an dem Austausch teilzunehmen und auch bei Katjes, insbesondere Frau Zenker und Herrn Fassin, und dem Lions Club, die alle Kosten übernommen haben!
(Text und Fotos: Aleshanee Westhoff, Q2)
Der Lions Club Emmerich-Rees organisiert Austauschprogramme wie beispielsweise nach Saumur oder Polen. Mehr über unsere Kooperationspartner erfahren Sie hier.

























