Wenn Demokratie auf dem Prüfstand steht: Projektwochenworkshop zu den „Herausforderungen des demokratischen Zusammenlebens“

In der Woche vor den Herbstferien hat unsere Schule unter dem Dach von „Schule der Zukunft“, der gemeinsamen Initiative des Schul- und Umweltministeriums, eine besondere Projektwoche durchgeführt. Erst Anfang Oktober war die Schule offiziell für ihr Engagement geehrt worden, Nachhaltigkeit ganzheitlich im Unterricht zu verankern. Der viertägige Workshop im Rahmen der aktuellen Projektwoche „Herausforderungen des demokratischen Zusammenlebens“ für Schüler*innen ab Klasse 9 sah sich diesem Ziel daher besonders verpflichtet und knüpfte an das 16. Goal der Vereinten Nationen „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ an. Geleitet wurde der Workshop von Herrn Stell und Frau Haumer.
An den ersten beiden Workshoptagen war der Wegweiser aus Krefeld zu Gast. Die fast dreißig Schüler*innen bauten Wissen zu Extremismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Medien auf. Auf dieser Grundlage setzten sie sich praktisch mit Hate Speech im Internet, Populismus und der Propaganda extremistischer Akteure auseinander.
Am dritten Tag besuchte ein ehemaliger Rechtsextremist den Workshop. Das Gespräch wurde von einer Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes moderiert. „Lukas“ stand den Schüler*innen in einer Veranstaltung von mehr als zwei Stunden intensiv Rede und Antwort. Seine Lebensgeschichte zeigte, wie auch ganz normale junge Menschen in die extremistische Szene abrutschen können. Er erzählte auch, was das für den Menschen selbst und für seine Familie bedeutet und wie schwierig es ist, ein extremistisches Milieu wieder zu verlassen. Dieses Bedingungsfeld beschäftigte die Teilnehmer*innen auch in der anschließenden Reflexion sowie der Aufarbeitung stark.
Möglich wurde der Besuch durch die finanzielle Unterstützung unseres Fördervereins. Dafür gilt ihm besonderer Dank!
Bei der Evaluation des gesamten Projekts bewerteten die Teilnehmer*innen das Aussteigergespräch im Schnitt mit 4,8 von 5 möglichen Punkten. Sie zählten es zu den besten und wichtigsten Elementen der gemeinsamen Workshoparbeit und wünschen sich, dass es auch im kommenden Jahr angeboten wird.
Der vierte Tag gehörte der Reflexion und intensiven Debatten. Sehr differenziert und mit viel Leidenschaft diskutierten die Schüler*innen ganz unterschiedliche Themen, darunter: ein möglicher Umgang mit der AfD, die Wahrnehmung anderer politischer Parteien durch Jugendliche und die politische Mitwirkung junger Menschen in Schule, Stadt und Land.
Wir danken allen beteiligten Institutionen und Teilnehmer*innen! Workshop und Austausch haben gezeigt: Die Demokratie in Deutschland steht aktuell sicherlich vor Herausforderungen. Es gibt aber auch viele junge Akteur*innen, die sich diesen Herausforderungen stellen möchten.

(Text: Astrid Haumer)